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derStandard.at: Vorratsdaten: Parlament gibt 106.067 Gegnern keine 10 Minuten

Das eVoting Experiment während der diesjährigen ÖH-Wahl war ja auf der ganzen Linie eine Schande für die Veranstalter (Minister Hahn und bmwf). Das zeigt sich nicht nur an der schlechten Umsetzung, dem abstrusen technischen Konzept dieser Wahl, der breiten Kritik oder der extrem geringen Wahlbeteiligung (1 %), sondern auch noch an den Patzern die zuletzt noch passiert sind.

Das schlagkräftigste Argument gegen den Einsatz von eVoting oder Wahlcomputern ist, meiner Meinung nach, das Kriterium der Nachvollziehbarkeit einer Wahl. Die demokratische Legitimität einer Wahl besteht darin, dass Jeder und Jede ihre Stimme frei abgeben können und das Ergebniss die simple Summe dieser einzelnen Entscheidungen ist. Die Möglichkeit der Überprüfbarkeit ist hier ein zentrales Element. Egal welches Alter, welche geistigen Fähigkeiten oder speziellen Kenntnise jemand hat, wie es zu der Entscheidung kommt muss nachvollziehbar sein! Das ist eine der Anforderungen an jede Wahl in unserm Rechtsstaat, neben der Allgemeinheit und Geheimhaltung (welche auch nicht garantiert wird).

Der Patzer auf den ich hier aufmerksam machen will ist fast zu lächrelich um darüber zu reden, aber noch darf man das ja. Das installierte System baut darauf auf, dass alle abgegebenen Stimmen einen Prüfcode bekommen mit dem die Wähler in einem öffentlichen Register nachprüfen könen ob die eigene Stimme auch gezählt worden ist. Eben dieses öffentliche Register wurde nun viel zu spät und ohne zu funktionieren online gestellt. Wenn man auf die offizielle Seite für die ÖH-Wahl geht findet man ein funktionsloses Formular für den Prüfcode. Es Funktioniert zwar noch nicht, ist aber online und für ein abgeschicktes Formular findet sich folgender Code:

<script type="text/javascript">
function chkFormular () {
  if (document.Formular.p_IDpart.value == "" || document.Formular.p_IDpart.value.length < 5) {
    alert("Beschreibung wie der Code aufgebaut sein muss. ziffer. groß/klein buchstaben min. 5 max. 10,...<br/>
<br/>
");
    document.Formular.p_IDpart.focus();
    return false;
  }
}
</script>

Dieser Code wirft natürlich einen Fehler:

unterminated string literal: https://oeh-wahl.gv.at/Content.Node/34137.php (Line 194)

bei jedem Aufruf der Seite.

Ich bin glücklich, wenn man diesen missglückten Versuch eingesteht und unsere Politik daraus lernt. Computerunterstütztes Wählen ist einfach keine gute Idee und es spricht auch kein glaubhaftes Argument dafür. Viele technische Experten, darunter Professoren der TU, und alle zu wählenden Parteien in diese Wahl, waren gegen dieses Experiment. Hoffentlich waren das die letzten 2.161 elektronisch abgegebenen Stimmen!

Für ein paar theoretische Möglichkeiten wie ein Wahlsystem manipuliert werden kann empfehle ich diese Ressource.